Was ist Psoriasis

Psoriasis auf den Punkt gebracht

Psoriasis, im deutschsprachigem Raum auch Schuppenflechte genannt, ist eine nicht-ansteckende Hauterkrankung, bei der sich die Hautzellen viel schneller erneuern, als bei normaler Haut. In der Regel erneuert sich unsere Haut ungefähr einmal pro Monat. Bei diesem Prozess entstehen komplett neue Hautzellen. Die alten und verhornten Zellen werden dabei einfach abgestoßen und fallen ab. Ein gesunder Mensch bekommt davon in der Regel überhaupt nichts mit. Bei Psoriasis produziert der Körper jedoch innerhalb weniger Tage so viel neue Hautzellen, dass er gar nicht mehr weiß wohin damit. Dadurch wird der natürliche Regenerationsprozess gestört und verhornte Hautzellen sammeln sich verstärkt auf der Hautoberfläche an, was zu den typischen Symptomen der Schuppenflechte führt: Trockene, verhornte rote Flecken auf der Haut sowie massiver Juckreiz.

Psoriasis verstehen

Psoriasis bezeichnet eine chronisch verlaufende Hautkrankheit, bei der die Haut Schuppen bildet und entzündlich gerötet ist. Was viele Menschen dabei leider immer noch nicht wissen: Psoriasis ist nicht ansteckend!!!
Um zu verstehen, was bei Schuppenflechte passiert, müssen wir einen genauen Blick auf die oberste Hautschicht (Epidermis) werfen. Während sich der Erneuerungszyklus bei gesunder Haut auf 26 bis 28 Tage erstreckt, ist dieser Prozess bei Psoriasis-Patienten auf sechs bis sieben Tage verkürzt. Die Folge ist eine Überproduktion an Hautzellen, mit denen unserer Körper nicht zurechtkommt. Darum sammeln sich die Zellen verstärkt an der Hautoberfläche an, was wiederum zu einer starken Schuppenbildung und Verhornung führt. Gleichzeitig bilden sich darunter kleine Blutgefäße, die zu den typischen, stark geröteten Hautarealen und Entzündungen führen.

Auswirkungen von Psoriasis

Gerade die psychische Belastung der Krankheit sollte nicht vernachlässigt werden. So schätzen Betroffene laut einer Studie ihre Lebensqualität niedriger als von Krebs oder Arthritis betroffene Personen ein, obwohl die Krankheit in vielen Fällen „nur“ äußerlich auftritt. Ähnlich verhält es sich bei der Lebensqualität bzgl. körperlicher Belastung. Typ2 Diabetes, Depression sowie Krebs zeigen weniger negativen Einfluss auf die Lebensqualität. 2014 nahm daher die Weltgesundheitsorganisation WHO Psoriasis als fünfte nicht ansteckende Erkrankung als besonders zu unterstützende Krankheit auf und stufte sie als schwerwiegend ein.

Die Rolle des Immunsystems bei Psoriasis

Psoriasis zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Darum steckt die Ursache für die Fehlfunktion im Immunsystem. Das Immunsystem ist der natürliche Schutzapparat des menschlichen Körpers und ist für die Erhaltung unserer Gesundheit zuständig. Erkennt das System einen Störfaktor (Viren, Bakterien, Verletzungen, etc.), setzt die natürlich Körperabwehr ein, bis das Problem behoben ist. Mit Psoriasis ist der Immunmechanismen der Haut jedoch gestört. Obwohl kein Gefahrenherd existiert, läuft das Immunsystem auf Hochtouren und greift körpereigenes Gewebe an. Auf diese Weise entsteht eine chronische Entzündung, deren unmittelbare Folge der beschleunigte Hauterneuerungsprozess ist.

Auslöser von Psoriasis:

Die genau Ursache für Schuppenflechte kann die Medizin bis heute nicht eindeutig benennen. Wir wissen jedoch, dass die genetische Veranlagung bei Psoriasis eine entscheidende Rolle spielt. Kommt Psoriasis bereits in der Familie vor, steigt auch das Risiko selbst daran zu erkranken. Das alleine reicht jedoch meist nicht aus. Neben der genetischen Veranlagung spielen noch „externe Auslöser“, so genannte Trigger, eine entscheidende Rolle. Diese können auch im Krankheitsverlauf immer wieder zu Schüben führen.
Trigger für Schuppenflechte:

  • Stress
  • Hautverletzungen (z.B. Wunden, Sonnenbrand)
  • Infektionserkrankungen (z.B. Streptokokken)
  • Übergewicht
  • Hormonelle Umstellung (z.B. Pubertät)
  • Medikamente (z.B. Betablocker)
  • Rauchen
  • Erhöhter Alkoholkonsum

Kommen Veranlagung und Trigger zusammen, führt das zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems.
Durch das Zusammenspiel vielseitiger Faktoren ist es unmöglich, vorherzusagen, wann und in welcher Form die Psoriasis ausbrechen wird. Das gilt natürlich auch andersherum: Selbst wenn eine Veranlagung in der Familie erkennbar ist, zeigt sich nicht zwingend auch die Erkrankung bei den nahen Verwandten.

Formen von Psoriasis

Keine Psoriasis verläuft wie die andere. Oft tritt Psoriasis in Schüben auf, sodass sich Phasen mit Beschwerden und ohne Beschwerden abwechseln. Grundsätzlich unterscheidet die Medizin zwei Arten von Psoriasis:

Typ I

Tritt zum ersten Mal im Alter zwischen 15 und 25 Jahren auf. Die Patienten leiden an einem ausgedehnten Befall und immer wiederkehrenden Schüben. In den meisten Fällen sind bereits andere Fälle in der Familie bekannt. Betrifft ca. 75% der Betroffenen.

Typ II

Tritt zum ersten Mal nach dem 40. Lebensjahr ein. Der verlauf ist weniger aggressiv als bei Typ I. In der Regel besteht kein familiärer Zusammenhang. Betrifft ca. 25% der Betroffenen.


Um eine präzise Diagnose stellen zu können, unterscheiden Hautärzte fünf verschiedene Ausprägungen von Psoriasis:

  • Psoriasis vulgaris oder Plaque-Psoriasis ist die häufigste Form der Schuppenflechte. Patienten finden am ganzen Körper rötliche, scharf abgegrenzte Flecke bzw. Plaques, die flächig mit silberfarbeben Schuppen bedeckt sind und von Juckreiz begleitet werden. Form und Größe der Flecken können unterschiedlich sein. Sie kommen am meisten am Oberkörper, den Ellbogen, Knien und der Kopfhaut vor.
  • Psoriais guttata zeichnet sich durch eine Vielzahl vereinzelter stecknadelkopfgroße Läsionen am ganzen Körper aus. Sie betrifft meistens Kindern und Jugendlichen, bei denen eine Infektionserkrankung vorausging. Bei dieser Form von Psoriasis verschwinden die Symptome nach einem ersten Ausbruch oft wieder vollständig. Sie kann jedoch auch im weiteren Verlauf als klassische Psoriasis wieder auftreten.
  • Psoriasis inversa taucht als stark gerötete Fläche in Hautfalten auf. Da sich durch die Reibung der Haut keine Schuppen absetzten können, sind hier die Herde sehr glatt. In der Regel wird diese Form von Schuppenflechte von anderen Ausprägungen der Erkrankung begleitet.
  • Psoriasis pustulosa ist eine Art Komplikation der Psoriasis vulgaris. Es bilden sich Bläschen und Pusteln auf der Hautoberfläche. Meistens betroffen sind davon die Handflächen und Fußsohlen sowie Finger und Nägel.
  • Erythrodermie ist eine besonders schwere Form von Psoriasis, bei der fast die gesamte Hautfläche betroffen ist. Starker Juckreiz und Temperaturempfindlichkeit ist eine häufige Begleiterscheinungen in diesem Stadium. Die Haut ist trocken und reißt bei geringster Belastung. Betroffene mit diesen Symptomen sollten umgehend eine Arzt konsultieren!
  • Nagel-Psoriasis

Im Prinzip kann jede Körperstelle von Schuppenflechte betroffen sein. Am häufigsten finden sich Herde am Ellbogen, Knie, dem Rücken und der Kopfhaut. Wichtig zu wissen ist, dass ca. fünf bis fünfzehn Prozent aller Betroffenen auch eine Psoriasis-Arthritis einhergehen kann. Damit ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke gemeint, welche besonders häufig an Händen, Füßen oder der Wirbelsäule auftritt.

Therapie der Hautkrankheit

Trotz intensiver Forschung ist die Ursache von Psoriasis bisher nicht bekannt. Jedoch gibt es eine ganze Reihe an wirksamen Therapie-Möglichkeiten, welche die Symptome spürbar lindern oder sogar komplett auslöschen können. Das Spektrum reicht dabei von Cremes, über Lichttherapien bis hin zu immununterdrückenden Biologicals.

Farbenhaut nimmt sich durch einen ganzheitlichen Ansatz all dieser Themen und Problematiken an. Die Mission, die dahinter steht, findest du hier.

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